Eike Langbehn ist bei Curvature Games als Virtual-Reality-Experte für die Programmierung sowie das Game-Design zuständig – und legte mit seiner Promotion in Mensch-Computer-Interaktion 2019 die wissenschaftliche Basis für die ersten Projekte.

Eike Langbehn von Curvature Games: „Mir war schon früh klar, dass ich später beruflich Computerspiele entwickeln möchte“

Die Wirtschaftswoche Gründer befragt in der Reihe „Alles auf Anfang: Erfolgreiche Gründer blicken zurück auf ihre Studienzeit“ die Startups zu ihren Anfängen sowie ihrer Entwicklung. Es antworten jeweils Alumni der Hochschulen und Universitäten, die im vergangenen Jahr laut einer Auswertung der PR-Agentur Tonka die deutschlandweit meisten Exits hervorgebracht haben. Eike Langbehn von der drittplatzierten Universität Hamburg sowie dem Virtual-Reality-Startup Curvature Games berichtete zum Jahreswechsel im Interview von den ersten Impulsen, wie sein Studium zu den heutigen Erfolgen beigetragen hat und wie der Support lief.

 

„Mir war schon früh in meiner Jugend klar, dass ich später mal beruflich Computerspiele entwickeln möchte. Dieses Medium hat so viel Potenzial als kulturelles Leitmedium des 21. Jahrhunderts und ich wollte unbedingt dabei sein, dies voran zu bringen. Computerspiele halte ich für enorm wichtig, weil ihr Alleinstellungsmerkmal die Interaktivität ist“, erklärte der Wisssenschaftler im Gespräch mit der Wirtschaftswoche Gründer. Anders als in einem Buch oder Film schaue man den Protagonisten nicht nur passiv zu – sondern werde selbst zum Protagonisten. Für ihn ein gravierender Unterschied.

2012 habe ich meinen ersten Job als Entwickler in der Branche gehabt – und nicht alles gefiel mir. Zum Beispiel, wie wenig Einfluss man als Einzelner oft auf das Resultat hat oder auch die Arbeitsbedingungen mit wenig Einkommen bei vielen Überstunden“, beschreibt Eike seine ersten Erfahrungen mit der Spieleindustrie.

Eikes erstmalige Teilnahme an einem wissenschaftlichen Experiment mit Virtual Reality (VR) und Redirected Walking im Jahr 2014 sah er als eine Art wissenschaftliche Initialzündung: „Ein paar Monate später war ich dann selbst wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg und habe an diesen Technologien geforscht. Die Faszination für dieses neue Medium – vor allem seine Möglichkeiten im Bereich des interaktiven Storytellings – hat mich seitdem nicht mehr losgelassen und motiviert mich bis heute.“

Die Erkenntnis, ein eigenes Studio zu gründen, um tatsächlich die Richtung mitzubestimmen, in die sich Spiele entwickeln, reifte langsam während der Jahre, die er als Wissenschaftler an Virtual Reality geforscht hat. Auslösung für die Gründung war schließlich der Abschluss seiner Doktorarbeit und das Interesse von Dennis Briddigkeit und Hannah Paulmann, diese gemeinsam anzugehen.

Die Universität Hamburg, die einen geteilten dritten Platz im Exit-Ranking belegt, habe mit ihrem Forschungsprojekt einen großen Beitrag zur Gründung von Curvature Games geleistet: „In dem Projekt wurden viele grundlegende Erkenntnisse erarbeitet, auf denen wir aufbauen konnten. Außerdem war der Support unseres Exist-Mentors – gleichzeitig mein Doktorvater Frank Steinicke – sehr hilfreich bei der Beantragung des Exist-Stipendiums, das den finanziellen Grundstein für unser Startup gelegt hat.“ Bei der Ausgestaltung des EXIST-Antrags im Frühjahr 2019 unterstützten sowohl der Gründungsservice der Universität, wie auch die beyourpilot-Gründungsberaterinnen Dr. Andrea Otto und Dr. Bettina Otto. Als weitere Beispiele für die Hanseatische Gründungsunterstützung nannte Eike das Hochschul-Gründerzentrum Startup Dock sowie die Kreativgesellschaft als städtischer Förderer mit ihren Standortinitiativen Next Media und Gamecity Hamburg. Für die Zukunft wünscht sich der Gründer weniger bürokratische Hürden und promptere Antworten.

Sehr geholfen haben dem Startup auch die Netzwerke und Kontakte, die jeweils von den bisherigen Jobs entstanden sind: „Hannah und ich kannten bereits einige Leute aus der Games-Branche. Dennis war gut vernetzt im Agentur-Bereich und konnte Kontakte zu Freelancern mitbringen, zum Beispiel zu erfahrenen Grafikern.“

 

Über Curvature Games:

Im Frühjahr 2019 startete Eike Langbehn mit Dennis Briddigkeit und Hannah Paulmann ein Virtual-Reality-Projekt unter dem Namen Space Walk, dessen besonderer Clou eine Reihe von kleinen Manipulationen in der Wahrnehmung war. Der Gründungsservice der Universität Hamburg und die institutionsübergreifende Beratung von beyourpilot unterstützten unter anderem beim erfolgreichen EXIST-Antrag. Schließlich entstand Anfang 2020 aus dem Startup die Kapitalgesellschaft „Curvature Games GmbH“. Eike ist als VR-Experte für die Programmierung sowie das Game-Design zuständig – und legte mit seiner Promotion in Mensch-Computer-Interaktion 2019 die wissenschaftliche Basis für die ersten Projekte. Seine Zukunft sieht Curvature Games heute in großen Spielhallen mit VR-Angeboten und Event-Locations wie die sogenannten Escape-Rooms.

https://curvaturegames.com/

Erfahre in der STARTUP STORY mehr über die Entstehung und Entwicklung von Curvature Games.

Quelle: Wirtschaftswoche-Gründer-Serie „Alles auf Anfang: Erfolgreiche Gründer blicken zurück auf ihre Studienzeit“