Das Projekt UrbView gemeinsam mit ihren Startup Consultants Imme Godthardt (1.v.l.) und Annika Degen (2.v.l.) bei der feierlichen Preisverleihung im Rahmen eines Senatsempfangs im Hamburger Rathaus

UrbView: IDEA-Award unterstreicht ihre wichtige Mission

UrbView hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Prävention von Kriminalität und sexueller Belästigung in den Stadtplanungsprozess einzubinden, indem es innovative, auf der Technologie der künstlichen Intelligenz basierende Werkzeuge bereitstellt. Das von beyourpilot unterstützte Startup entwickelt sich derzeit ausgezeichnet: Seit Oktober wird UrbView durch das AI.Ideation.Programm gefördert, neulich gewannen sie den Community Award des Social Impact Awards und jetzt wurde ihnen von Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke, feierlich der IDEA-Award verliehen. Wir haben dem Team zudem einige Fragen gestellt.

 

Alle zwei Jahre verleiht der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg den IDEA-Award, um die Gleichstellung von Frauen in der digitalen Welt zu fördern und positive Beispiele sichtbar zu machen. In diesem Jahr erhielt UrbView die Auszeichnung gemeinsam mit Saferspace: beide Unternehmen konnten sich über ein Preisgeld von 25.000 Euro freuen. Die gemeinsame Summe soll für die Weiterentwicklung bestehender Projekte und Tools oder die Umsetzung innovativer Konzepte verwendet werden: „Beide Projekte verbindet der Anspruch, technologische Innovation zu nutzen, damit alle Menschen gleichberechtigt und sicher im öffentlichen Raum zusammenleben können – unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder anderen Merkmalen”, erklärte die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank im Rahmen der Verleihung.

UrbView will mittels Künstlicher Intelligenz Stadtplanerinnen und -planer sowie Architektinnen und Architekten über wahrgenommene Bedrohungspotentiale von Straßen und öffentlichen Plätzen informieren. Grund dafür ist, dass Frauen und Menschen, die Teil der LSBTI* Community sind, sehr häufig Opfer von verschiedenen Formen physischer, verbaler und nonverbaler Belästigung werden. Mit UrbView wollen die Preisträgerinnen und Preisträger Elnaz Nouri, Franziska Vogg, Gerard Jover Pujol und Adrià Molina Rodriguez das Bedürfnis nach Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger angehen. Das Projekt wird dabei maßgeblich durch beyourpilot unterstützt. Startup Consultant Annika Degen betreut UrbView seit Mai dieses Jahres mit der Unterstützung ihrer Kollegin Imme Godthardt. UrbView wird von ihnen beispielsweise beim Probe-Pitch gefordert, sie bekommen Feedback zu ihren öffentlichen Reden und werden bei diversen Anträgen unterstützt. Annika schätzt die Vision, die Mission sowie die Energie, welche die Gründerinnen und Gründer ausstrahlen. Gemeinsam wollen sie noch viel erreichen. Wir haben dem Team anschließend einige Fragen zur Entwicklung des Startups gestellt.

*Die Abkürzung LSBTI steht für Lesben, Schwule, bisexuelle, transgender und intergeschlechtliche Menschen.


Habt ihr das Gefühl, dass euer Anliegen oder eure Idee gesehen wird und genügend Aufmerksamkeit erhält?

„Die Fortschritte von UrbView in den letzten Monaten sind ein klares Indiz für das tiefe Verständnis und den Wunsch verschiedener Sektoren, einschließlich der Startup-Community, der Wissenschaft und des öffentlichen Sektors, das Problem der Belästigung auf der Straße und der Verbrechen an öffentlichen Orten zu lösen. Darüber hinaus fühlen wir uns sehr geehrt, dass der IDEA-Preis an UrbView und das Projekt Saferspaces verliehen wurde, das sich ebenfalls mit dem Problem der Belästigung und der Gleichberechtigung im öffentlichen Raum befasst. Dies zeigt, wie sehr sich die verschiedenen Akteure in der Stadt Hamburg der Bedeutung des Themas Belästigung auf der Straße und seiner Auswirkungen auf die Gleichstellung der Geschlechter in der Gesellschaft bewusst sind."

 

Wie zufrieden seid ihr mit dem Feedback, das ihr erhaltet?

„Wir freuen uns immer über positives oder negatives Feedback zu UrbViews Konzept und Idee. Das positive Feedback gibt uns einen Energieschub und ermutigt uns, weiterzumachen. Das negative Feedback hingegen öffnet uns die Augen für potenzielle Probleme, die in Zukunft auf uns zukommen könnten, und hilft uns, verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, die wir vorher nicht gesehen haben."

 

Wie seid ihr mit beyourpilot beziehungsweise unserer Gründungsberaterin Annika Degen in Kontakt gekommen? Wie hilft sie euch?

„Wir sind im April dieses Jahres über den Gründerservice der Uni Hamburg mit Annika in Kontakt gekommen und profitieren seitdem von einer kontinuierlichen Betreuung. Annika und ihre Kollegen versorgen uns regelmäßig mit sehr hilfreichen Informationen zu Veranstaltungen, Fördermöglichkeiten und allgemeinen Ratschlägen zur Gründung unseres Unternehmens. Darüber hinaus ist sie stets bemüht, uns hilfreiches Feedback zu Bewerbungen, Präsentationen oder Pitches zu geben und ist nun auch unser beyourpilot-Mentor im Rahmen des AI Ideation Programms."

 

Wie werdet ihr finanziert, wer unterstützt euch?

„Derzeit werden wir bis Ende März 2023 durch das AI Ideation Programm gefördert. Darüber hinaus profitieren wir von den finanziellen Mitteln, die wir durch den Social Impact Award und den IDEA Preis erhalten haben."

 

Welche weiteren Förderungen strebt ihr an?

„Da wir noch nicht als Unternehmen registriert sind, beabsichtigen wir, uns in den nächsten Wochen für das EXIST-Gründerstipendium zu bewerben, das uns für ein Jahr nach dem Ende des AI Ideation-Programms absichern würde. Als mögliches Back-up/Follow-up erwägen wir, uns auch für eine der Fördermöglichkeiten der IFB Hamburg zu bewerben."

 

Wo seht ihr UrbView in den nächsten drei bis fünf Jahren?

„In den nächsten 3 bis 5 Jahren wollen wir sowohl unsere KI-basierten Lösungen als auch die dazugehörigen Produkte für einen ersten Kundenstamm entwickelt haben, um einen stetigen Einkommensfluss zu gewährleisten. Bis dahin werden wir nicht nur personell gewachsen sein, sondern auch eine Reihe von Pilotprojekten erfolgreich umgesetzt haben."

 

 

http://urbview.com/