Zum zweiten Lockdown: Welche Hilfen können Startups momentan noch beantragen?

Lockdown #2 – trotz Light-Version sind Unternehmen in vielen Branchen durch die Corona-Maßnahmen wieder mit Einschränkungen bis hin zu existenziellen Nöten konfrontiert, so auch Startups. Während des ersten Lockdowns gab es eine Vielzahl an Finanzierungshilfen von Bund und Ländern: Welche können jetzt noch von Startups beantragt werden?

 

Für innovative Startups: Corona Recovery Fonds

 

Was beinhaltet die Hilfe:

Der Corona Recovery Fonds (CRF) ist ein Investitionsprogramm von IFB Innovationsstarter GmbH und BTG Beteiligungsgesellschaft Hamburg mbH, das Hamburger Startups und wachstumsorientierten, kleinen Mittelständlerinnen und Mittelständlern hilft, durch die aktuelle Krise bedingte finanzielle Engpässe zu meistern.

Der CRF beinhaltet Mittel der Freien und Hansestadt Hamburg sowie des Bundes in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro und ist mit einer Reihe von Voraussetzungen verknüpft. Hier solltet ihr sorgfältig prüfen, ob Ihr die Kriterien für das Programm erfüllt.

 

NEU:Maximale Fördersumme des Corona Recovery Fonds auf 800.000 Euro erhöht

 

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann in einer Stellungnahme dazu: „Startups sind auf Investorengelder angewiesen. Aber in Krisenzeiten wird das Einwerben von Finanzierungsrunden erfahrungsgemäß schwieriger. Hier greift unser Corona Recovery Fonds, mit dem wir vermeiden wollen, dass die jungen, innovativen Unternehmen ihre Ziele verfehlen oder sogar krisenbedingt scheitern. Mit dieser Förderung wollen wir die lebendige Startup-Szene unterstützen – und stärken damit gleichzeitig den Wirtschafts- und Innovationsstandort Hamburg. Und wir unterstützen zielgerichtet die Zukunftsfähigkeit und die wirtschaftliche Vielfalt der Hansestadt Hamburg.“

 

Welche Voraussetzungen sollten erfüllt sein?

Gefördert werden innovative Startups und wachstumsorientierte kleine Mittelständlerinnen und Mittelständler mit Sitz oder wesentlicher Betriebsstätte in Hamburg. Hierzu zählen:

  • technologisch innovative Startups,
  • junge, innovative Unternehmen mit nicht-technologischen Produkt-, Dienstleistungs-, Prozess- und Geschäftsmodellinnovationen und
  • sonstige wachstumsorientierte kleine Mittelständlerinnen und Mittelständler bis maximal 75 Millionen Euro Jahresumsatz und in der Regel bis maximal 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Tag der Antragsstellung.
 

Exit-orientierte Startups

Nicht Exit-orientierte Startups und sonst. kleine Mittelständler

Finanzinstrumente

Stille Beteiligungen (Exit-orientierte Ausgestaltung)

Stille Beteiligungen (mit fixem und gewinnabhängigem Entgelt)

Ansprechpartner

IFB Innovationsstarter

BTG Hamburg

Förderhöhe

bis zu 500.000 Euro

bis zu 800.000 Euro

 

Als Exit-orientiert gilt ein Unternehmen, wenn es sich über Risikokapital finanziert (z.B. von Business Angels und VC-Fonds) und sein Verkauf (ganz oder in Teilen) oder die Veräußerung wesentlicher betriebsnotwendiger Vermögenswerte oder ein Börsengang angestrebt wird. Hamburg Startups schreibt dazu: „Als entscheidendes Kriterium hierfür gilt ein privater Co-Investor, der mindestens 25.000 Euro einbringt.“

 

Wo kann ich den Antrag stellen?

Nähere Informationen zu den Förderkonditionen und zum Bewerbungsverfahren über IFB Innovationsstarter GmbH und BTG Beteiligungsgesellschaft Hamburg mbH erfahrt ihr auf den Websites www.innovationsstarter.com und www.btg-hamburg.de.
Achtung: Anträge können bis zum 30.11. gestellt werden.

 

Für kleine und mittelständische Unternehmen: Corona-Überbrückungshilfe II

 

Was beinhaltet die Hilfe:

Die Überbrückungshilfe bietet finanzielle Unterstützung für kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige sowie gemeinnützige Organisationen. Sie hilft, Umsatzrückgänge während der Corona-Krise abzumildern. Die Förderung ist ein gemeinsames Angebot von Bund und Ländern.
 

Welche Voraussetzungen sollten erfüllt sein?

  • Antragstellung für die zweite Phase der Überbrückungshilfe ist seit 21.10.2020 bis spätestens zum 31.12.2020 möglic
  • Maximale Förderung beträgt 200.000 Euro für vier Monate
  • Antragstellung ist nur durch Steuerberaterin oder Steuerberater, Wirtschaftsprüferin oder Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüferin oder vereidigten Buchprüfer möglich


Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen, soweit sie in den letzten beiden Geschäftsjahren vor dem 1. Januar 2020 nicht mindestens zwei der folgenden Kriterien überschritten haben:

a) 43 Millionen Euro Bilanzsumme

b) 50 Millionen Euro Umsatzerlöse

c) 249 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt

und soweit sie ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten.

Unternehmen mit mindestens 750 Millionen Euro Jahresumsatz sind nicht antragsberechtigt.

Soloselbstständige und selbstständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb sind ebenfalls antragsberechtigt.

Eine Einstellung der Geschäftstätigkeit vollständig oder zu wesentlichen Teilen in Folge der Corona-Krise wird angenommen, wenn der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Die Antragstellerin oder der Antragsteller darf sich am 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in Schwierigkeiten befunden haben.

Antragsberechtigt sind auch gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, unabhängig von ihrer Rechtsform, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind. Bei diesen Unternehmen und Organisationen wird statt auf die Umsätze auf die Einnahmen (einschließlich Spenden und Mitgliedsbeiträge) abgestellt.

Öffentliche Unternehmen sind von der Förderung ausgeschlossen. Dies gilt nicht für Bildungseinrichtungen der Selbstverwaltung der Wirtschaft in der Rechtsform von Körperschaften des öffentlichen Rechts (Bildungseinrichtungen der Kammern, Kreishandwerkerschaften oder Innungen).

Eine Auszahlung der Zuschüsse an Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb eingestellt oder die Insolvenz angemeldet haben, ist ausgeschlossen.

Das Programm läuft in den Monaten September bis Dezember 2020. Ein Zuschuss ist maximal über vier Monate möglich.
 

Alle Informationen findet ihr nochmal hier:

https://www.ifbhh.de/foerderprogramm/corona-ueberbrueckungshilfe

 

Wo kann ich den Antrag stellen?

Anträge können nicht durch die Unternehmen selbst, sondern nur durch deren Steuerberaterin oder Steuerberater, Wirtschaftsprüferin oder Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüferin oder vereidigten Buchprüfer gestellt werden.

 

Für finanzierte VC-Startups: Corona Matching Fazilität

 

Was beinhaltet die Hilfe?

Förderung für Unternehmen, an denen Venture-Capital-Fonds beteiligt sind. Finanzierungsrunden können bis zu 70 Prozent von KfW Capital und EIF unterstützt werden, unter der Voraussetzung, dass 30 Prozent von privaten Kapitalgeberinnen und Kapitalgebern beigesteuert werden. Die Konditionen für den Staat sind identisch zu denen der privaten Kapitalgeberinnen und Kapitalgeber.
 

Welche Voraussetzungen sollten erfüllt sein?

Die Finanzierungshilfen unterstützen VC-fondsfinanzierte Startups und junge Wachstumsunternehmen, die während der Corona-Krise Finanzierungsbedarf und einen starken Deutschlandbezug haben. Voraussetzung ist zudem, dass die Startups und jungen Wachstumsunternehmen zum 31.12.2019 keine finanziellen Schwierigkeiten hatten. Private VC-Fondsmanagerinnen oder -Fondsmanager mit Deutschlandportfolio können Finanzierungsrunden bis zum 31.12.2020 durch Bundesmittel über KfW Capital oder den Europäischen Investitionsfonds (EIF) spiegeln.

Vor Bewilligung der Mittel müssen die VC-Fondsmanagerinnen und -Fondsmanager erfolgreich eine Prüfung durchlaufen.

Antragsberechtigt sind ausschließlich private VC-Fondsmanagerinnen und -Fondsmanager mit Deutschlandportfolio, auf die Folgendes zutrifft:

  • Unabhängiger deutscher oder europäischer VC-Fondsmanagerinnen und -Fondsmanager
  • Erfolgreiches Durchlaufen der Prüfung durch KfW Capital oder den EIF
     

Wo kann ich den Antrag stellen?

Detaillierte Informationen für Fondsmanagerinnen oder Fondsmanager zur Antragsstellung findet ihr hier: https://kfw-capital.de/wp-content/uploads/2020-CMF-One-Pager.pdf

Wichtig: Bitte beachtet, dass ihr eure Anträge entweder an VC-matching@kfw.de oder German-CMF@eif.org sendet.

 

Hotline und Kontakt

Die Unterstützung erfolgt indirekt: Bitte wendet euch zunächst an eure Venture-Capital-Geberin oder euren -Geber und sprecht sie/ihn auf die Corona Matching Fazilität an.

 

 

Unterstützungsmaßnahmen durch die Bundesagentur für Arbeit: Kurzarbeitergeld

 

Was beinhaltet die Hilfe?

Damit Ihr während der Corona-Krise keine Entlassungen vornehmen müsst, wurde die Kurzarbeitsregelung vorerst bis zum 31.12.2020 erweitert.

Betriebe können Kurzarbeitergeld zukünftig bereits dann nutzen, wenn nur zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Auch Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter werden vom Kurzarbeitergeld profitieren.

Die Bundesagentur für Arbeit soll künftig 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns übernehmen, wenn ein Unternehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt. Zudem sollen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber anders als bisher die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet bekommen.

Laufzeit:

Regel-Bezugsdauer maximal zwölf Monate (Unterbrechung bis zu drei Monate bei Wiederaufnahme des Geschäfts möglich)

 

Welche Voraussetzungen sollten erfüllt sein?

  • Vorübergehender erheblicher Arbeitsausfall und Entgeltverluste von mindestens zehn Prozent für mindestens zehn Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Unabwendbares Ereignis und unvermeidbarer Arbeitsausfall
  • Kurzarbeitsklausel in den Arbeitsverträgen - wenn nicht vorhanden, ist Vertragsergänzung oder entsprechende Ergänzungsvereinbarung möglich
  • Einverständniserklärung Betriebsrat / aller von KUG betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

 

Wo kann ich den Antrag stellen?

Beantragung über Portal der Bundesagentur für Arbeit
https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-uebersicht-kurzarbeitergeldformen

 

Hotline und Kontakt

Unternehmerhotline der Bundesagentur

Tel.: 0800 45555 20

 

Ihr habt Fragen zu den Finanzierungshilfen oder braucht eine andere Beratung? Dann kommt zu uns in die digitale Gründungssprechstunde, ganz ohne Maske und Nummerziehen, jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr und Donnerstag von 11 bis 13 Uhr. Hier geht’s zur Sprechstunde

Ihr seid auf der Suche nach weiteren Hilfen? Infos etwa zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, zu Kredit-Programmen, Stundungen durch das Finanzamt etc. erhaltet ihr hier: https://beyourpilot.de/news/detail/aktuelle-neuigkeiten-zur-corona-hilfe

 

Weiterführende Links:

https://www.ifbhh.de/foerderprogramm/crf

www.innovationsstarter.com

www.btg-hamburg.de

https://www.hamburg-startups.net/das-muesst-ihr-ueber-den-corona-recovery-fonds-wissen/

https://www.ifbhh.de/foerderprogramm/corona-ueberbrueckungshilfe
https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Home/home.html

https://firmenhilfe.org/

https://www.pwc.de/de/startups/finanzielle-unterstuetzung-von-startups-und-kmu-in-der-covid-19-krisenlage.pdf

https://www.ifbhh.de/magazin/news/coronavirus-hilfen-fuer-unternehmen

https://www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus

https://www.bmjv.de/DE/Themen/FokusThemen/Corona/Insolvenzantrag/Corona_Insolvenzantrag_node.html
https://kfw-capital.de/wp-content/uploads/2020-CMF-One-Pager.pdf
https://kfw-capital.de/corona-matching-fazilitaet
https://www.pwc.de/de/startups/finanzielle-unterstuetzung-von-startups-und-kmu-in-der-covid-19-krisenlage.pdf